Sozialstiftung für Westfalen: 725.000 Euro Fördermittel für mehr Mobilität

Soest/Hagen/Münster, 11. September 2026. Die Sozialstiftung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) hat rund 725.000 Euro Fördermittel für drei soziale Projekte für mehr Mobilität bewilligt.

Mehr selbstbestimmte Mobilität

Die neue Sonderförderung "Mobilitätsentwicklung für Menschen mit Behinderung" zeige, dass es sich lohne, gezielt in inklusive Mobilitätslösungen zu investieren, hieß es im Aufsichtsrat. "Selbstbestimmte Mobilität ist eine wesentliche Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Mit unserer Sonderförderung unterstützen wir innovative und nachhaltige Lösungen, die konkrete Barrieren im Alltag abbauen und Menschen mit Behinderung neue Möglichkeiten eröffnen", sagte Werner Wolff, Vorsitzender des Aufsichtsrates der LWL‑Sozialstiftung. Dabei entfalteten die Vorhaben ihre Wirkung sowohl regional in Westfalen-Lippe als auch bundesweit.

Dr. Georg Lunemann, der Direktor des LWL: "Mit der Förderung dieser Projekte setzt die LWL-Sozialstiftung ein klares Signal für neue Ansätze, Teilhabe und nachhaltige Strukturen." Die Vorhaben zeigten, wie soziale Herausforderungen durch vernetzte Ansätze, inklusive Mobilitäts- und Bildungsangebote, sowie die konsequente Beteiligung der Zielgruppen wirksam angegangen werden können.

Mofa-Training und "naviGürtel" 

Ein Beispiel: das Projekt "LWL Feel Mobil - Neue Wege entdecken" des LWL-Berufsbildungswerks Soest in Kooperation mit der feelSpace GmbH. Das dreijährige Vorhaben unterstützt junge blinde oder sehbehinderte Menschen dabei, ihre Mobilität und Orientierung im Alltag zu verbessern. Dafür werden ein "naviGürtel" und eine spezielle Mobilitäts-App erprobt und mit pädagogischer Begleitung in realen Alltagssituationen eingesetzt. Ziel ist es, Barrieren abzubauen, Selbstständigkeit zu stärken und jungen Menschen den Übergang von der Schule in den Beruf zu erleichtern.

Auch das Projekt der Gustav-Heinemann-Schule in Hagen, einer städtischen Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung, setzt bei der selbstständigen Mobilität junger Menschen an. Mit "Selbstständig mobil – E‑Mofa-Training" entwickelt und erprobt die Schule ein praxisnahes Konzept, das Schülerinnen und Schüler gezielt auf eine eigenständige Fortbewegung nach dem Schulabschluss vorbereitet. In theoretischen und praktischen Einheiten lernen die Jugendlichen, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen und werden so auf die Mofaprüfbescheinigung vorbereitet.

Sensibilisieren für Gehörlosenkultur und sexuelle Selbstbestimmung

Wie vielfältig die bewilligten Projekte der LWL-Sozialstiftung sind, zeigt das dritte Vorhaben. Hier steht nicht die Mobilität, sondern der barrierefreie Zugang zu sexueller Bildung im Mittelpunkt. Für gehörlose und gebärdensprachlich kommunizierende Menschen gibt es hier oft Barrieren. Das Zentrum für inklusive Bildung und Beratung (ZiBB e.V.) in Dortmund entwickelt ein zielgruppengerechtes Weiterbildungskonzept: Gehörlose pädagogische Fachkräfte werden in Deutscher Gebärdensprache für die sexuelle Bildungsarbeit qualifiziert, während hörende Fachkräfte für die Gehörlosenkultur und barrierefreie Vermittlung sensibilisiert werden. Ziel ist es, Informationen besser zugänglich zu machen, sexuelle Selbstbestimmung zu stärken und sexualisierter Gewalt vorzubeugen.

Ein Wort zur Stiftung: Die LWL-Sozialstiftung gGmbH wurde im Jahr 2020 als Tochtergesellschaft des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) gegründet und vergibt halbjährlich eine Förderung für soziale Projekte. Damit werden im Kontext von Behinderungen aktuelle Herausforderungen und Ideen aufgegriffen und zukunftsorientierte Lösungen entwickelt, erprobt und etabliert.


Quelle: Eine Pressemeldung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) vom 11. September 2026.