Bundesweite Studie zur Religionssensibilität in helfenden Berufen: Bitte um Mithilfe

Prof. Dr. Tobias Künkler (Evangelische Hochschule Hessen) bittet um Mithilfe für eine bundesweite Studie. Es geht darum,  wie Fachkräfte in helfenden Berufen mit religiöser und weltanschaulicher Vielfalt im Berufsalltag umgehen. Im Fokus stehen insbesondere Soziale Arbeit, Beratung und Therapie sowie Pflege.

Messinstrument zur Erfassung von Religionssensibilität

Zugleich zielt das Forschungsprojekt darauf, ein mehrdimensionales und psychometrisch fundiertes Messinstrument zur Erfassung von Religionssensibilität zu entwickeln. Durchgeführt wird es in Kooperation zwischen der Universität Siegen, der Katholischen Hochschule NRW, dem Erzbistum Köln und dem Forschungsinstitut empirica (Evangelische Hochschule Hessen). Der Titel des Forschungsprojekts lautet: Sensibilität für religiöse und weltanschauliche Vielfalt bei Fachkräften in helfenden Berufen – eine deutschlandweite Studie mit Schwerpunkt NRW.

Um belastbare Ergebnisse zu erhalten, sind die Forschenden darauf angewiesen, möglichst viele Fachkräfte aus unterschiedlichen Arbeits- und Handlungsfeldern zu erreichen. Die Befragung läuft derzeit noch bis mindestens Ende September 2026 (s. Link unten).

Religiöse Ansätze bisher unzureichend etabliert

Zum Hintergrund der Studie: Fachkräfte in helfenden Berufen arbeiten in einem gesellschaftlichen Kontext, der durch religiöse und weltanschauliche Vielfalt geprägt ist. Im beruflichen Alltag begegnen sie dabei unterschiedlichen Deutungen, Bedürfnissen und Praktiken – etwa im Zusammenhang mit Fasten, Gebet, Trauer, Ritualen oder Fragen nach Sinn und Zugehörigkeit.

Im fachlichen Diskurs wird seit einigen Jahren verstärkt darauf hingewiesen, dass diese Dimension im professionellen Handeln bislang nur unzureichend berücksichtigt ist. Während kultursensible und diversitätsbezogene Ansätze etabliert sind, wird zunehmend diskutiert, inwiefern auch religiöse und weltanschauliche Aspekte eine eigenständige Rolle spielen und eine
entsprechende Sensibilität erfordern. Unter dem Begriff der Religionssensibilität wird dabei eine professionelle Fähigkeit beschrieben, religiöse und weltanschauliche Dimensionen in der Lebenswelt von Klient:innen wahrzunehmen, einzuordnen und im beruflichen Handeln angemessen zu berücksichtigen.

Wie steht es um Wissen, Wahrnehmung und Einstellung?

Trotz dieser zunehmend ausdifferenzierten fachlichen Debatten sowie erster empirischer Studien – insbesondere im internationalen Kontext und im Bereich qualitativer Forschung – fehlt es bislang an belastbaren quantitativen Daten: Es ist weitgehend ungeklärt, wie Fachkräfte entsprechende Situationen tatsächlich wahrnehmen, welche Bedeutung sie diesen beimessen und wie sie im Berufsalltag damit umgehen.

Erhoben werden insbesondere:
• Wissen über Religionen und Weltanschauungen im beruflichen Kontext
• Wahrnehmung religiöser und weltanschaulicher Aspekte in Alltagssituationen
• Einstellungen im Umgang mit entsprechenden Themen
• Einschätzungen zu konkreten Handlungssituationen im Berufsalltag
• Reflexion eigener Positionierungen


Quelle: Bitte um Veröffentlichung der Evangelischen Hochschule Hessen vom 17. August 2026.