Brüderle: „Löhne in der Altenpflege steigen im Median auf 4.438 Euro“

20.07.2026 | Altenhilfe | Nachrichten

Erneut ist das Medianentgelt für Altenpflegefachkräfte mit einem Plus von 6,9 Prozent deutlich von 4.153 Euro auf 4.438 Euro im Monat angestiegen, so die neuesten Zahlen für das Jahr 2025 der Bundesagentur für Arbeit.

Medianlöhne: Altenpflegefachkräfte übersteigen auch akademische Berufe 

Damit liegt das Medianentgelt weiter deutlich über dem Medianentgelt aller bei der Bundesagentur für Arbeit erfassten Entgelte. Das Medianentgelt über alle Branchen – auch der akademischen Berufe – lag bei 4.217 Euro (plus 5,1 Prozent). Damit liegen die Altenpflegefachkräfte 221 Euro über dem Median aller Entgelte. 2015 lag das Entgelt einer Altenpflegefachkraft noch 527 Euro unter dem Median aller Entgelte.

Das höchste Medianentgelt erzielen Altenpflegefachkräfte in Baden-Württemberg mit 4.614 Euro und in Hamburg mit 4.579 Euro. Schlusslichter sind Mecklenburg-Vorpommern mit 4.277 Euro und Sachsen mit 4.188 Euro. In 15 von 16 Bundesländern liegt das Medianentgelt einer Altenpflegefachkraft mittlerweile über dem Medianentgelt aller Beschäftigten.

Starker Anstieg innerhalb von 10 Jahren

Zu den Zahlen erklärt der Präsident des bpa Arbeitgeberverbands e.V. Rainer Brüderle:

„Die neuen Zahlen zeigen eindrucksvoll, welche Entwicklung die Altenpflege in den vergangenen Jahren genommen hat. Innerhalb von zehn Jahren sind die Medianlöhne der Altenpflegefachkräfte um 74 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung darf die Bundesregierung mit ihren Reformplänen jetzt nicht aufs Spiel setzen. Wer einerseits gute Löhne in der Pflege fordert, andererseits aber deren verlässliche Refinanzierung infrage stellt, handelt widersprüchlich. Gerade die privaten Pflegeanbieter müssen auch künftig in der Lage sein, ihren Beschäftigten attraktive Gehälter zu zahlen und im Wettbewerb um dringend benötigte Fachkräfte zu bestehen."

Pflegereform: „Faire Wettbewerbsbedingungen für alle Träger“

Brüderle erklärt weiter: „Wir brauchen eine Pflegereform, die faire Wettbewerbsbedingungen für alle Träger schafft und die Vielfalt unserer Versorgungslandschaft sichert. Private Pflegeanbieter tragen einen wesentlichen Teil der Versorgung in Deutschland. Sie dürfen gegenüber anderen Trägern nicht benachteiligt werden. Wer ihre wirtschaftliche Grundlage und ihre Wettbewerbsfähigkeit schwächt, gefährdet am Ende nicht nur Unternehmen und Arbeitsplätze, sondern die Versorgung der Pflegebedürftigen. Eine Reform muss diejenigen stärken, die jeden Tag Verantwortung für gute Pflege übernehmen – unabhängig davon, in welcher Trägerschaft sie dies tun.“

Ein Wort zum bpa: Laut eigenen Angaben ist der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) mit mehr als 14.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland.


Quelle: Pressemeldung des bpa-Arbeitgeberverbands vom 20. Juli 2026.