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© Tovertafel

“Ohne Tovertafel würde es bei uns heute nicht mehr gehen!“

Die Tovertafel ist eine Pflegeinnovation aus den Niederlanden für Menschen mit kognitiven Einschränkungen, die in mehr als 3.500 Pflegeeinrichtungen eingesetzt wird. Hartmut Skrok, Leiter der AWO Pflegeeinrichtung Schattige Buche in Bottrop, war anfangs skeptisch als er von der Tovertafel hörte, doch die begeisterten Reaktionen der Bewohner und des Pflegepersonals haben ihn überzeugt. Heute ist die Tovertafel fester Bestandteil des Beschäftigungsprogramms und aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken.

“Erstmals in Kontakt gekommen mit der Tovertafel bin ich 2018", erzählt  Skrok. "Damals habe ich 5-6 Bewohner mit verschiedenen Stadien von Demenz ausgewählt und die Tovertafel bei uns im Haus getestet. Ich konnte meinen Augen nicht trauen, als die ersten interaktiven Lichtprojektionen erschienen: Plötzlich waren die Bewohner aufmerksam, haben sich bewegt und eine Viertelstunde lang intensiv und konzentriert gespielt. Das war der Punkt, an dem ich beschlossen habe, die Tovertafel anzuschaffen. Mir war bekannt, dass die Tovertafel im Rahmen einer Doktorarbeit entstanden ist, doch ich wollte ich mich selbst von der Wirkung überzeugen. Ich kann nur  empfehlen, die Tovertafel einmal auszuprobieren und lade deshalb regelmäßig Kollegen zu uns ein. So haben inzwischen unter anderem 25 weitere AWO Einrichtungen die Tovertafel angeschafft.“

Die Tovertafel bringt Menschen mit Demenz in Bewegung

Der Leiter der Bottroper AWO-Einrichtung führt weiter aus: “Heute, nach eineinhalb Jahren ist die Tovertafel aus unserer Einrichtung nicht mehr wegzudenken. Sobald wir die Tovertafel einschalten, dauert es keine Minute, bis die Bewohner in den Aufenthaltsraum kommen und mitmachen möchten.

Das Zusammenspiel von Licht, Farben und Musik und die Tatsache, etwas beeinflussen zu können, was man sonst nicht kann, macht den  besonderen Reiz aus. Inzwischen ist die Tovertafel bei uns ein fester Bestandteil des Tagesablaufes geworden und wir setzen sie gezielt in bestimmten Phasen ein. Nachmittags wählen wir Spiele mit ein bisschen mehr Action, während wir abends ruhigere Spiele einsetzen. Es ist wirklich erstaunlich, welchen Einfluss die Tovertafel auf die Bewohner hat. Dies haben wir mit unserem regulären Betreuungsangebot nicht erzeugen können“ 

Mehr Lebensqualität durch soziale Kontakte 

Ganz wichtig für das Wohlbefinden von Menschen mit Demenz sei auch ist auch der Kontakt zu Mitmenschen. "Wir haben festgestellt, dass die Bewohner während des Spielens mit der Tovertafel tatsächlich Augenkontakt zueinander suchen und miteinander reden. Das ist auch in der heutigen Zeit problemlos möglich: Da an einem Tisch gespielt wird, kann ein Abstand von 1,5 Metern leicht eingehalten. Unsere Bewohner können sich sehr gut mit der Tovertafel beschäftigen."

Doch es wird nicht nur gespielt. Skrok betont, dass auch eine bestimmte Art von Kommunikation untereinander entstehe, indem man sich über Erlebnisse und Erfahrungen von früher austauscht. "Da wir unseren Bewohnern mit der Tovertafel eine sinnvolle Beschäftigung bieten und sie ab und zu auch in kleinen Gruppen und mit geringer Begleitung spielen können, sind unsere Pflegekräfte flexibler und können sich zwischendurch auch einmal Bewohnern zuwenden, die intensiver betreut werden müssen", so Skrok. Auch die Tatsache, dass die Bewohner insgesamt ruhiger und zufriedener sind, habe sich sehr positiv auf die Atmosphäre bei uns im Haus und die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter ausgewirkt. 

Besuche bekommen eine neue Qualität 

Wenn Angehörige ihre dementen Eltern oder Angehörigen besuchen, gehen sie oft frustriert wieder nach Hause. "Mit der Tovertafel hat sich dies komplett geändert und Besuche machen plötzlich wieder Freude: Man setzt sich gemeinsam an den Tisch und spielt miteinander - sogar die Enkelkinder haben wieder Lust, die Oma oder den Opa zu besuchen!", führt Skrok weiter aus. Da man etwas gemeinsam tun kann, bekommen die Besuche von Angehörigen eine ganz andere Qualität. Die Tovertafel schaffe unzählige Glücksmomente: "Wenn sich Bewohner anlächeln oder gegenseitig anstoßen, wenn sie lachen und gemeinsam spielen, oder wenn ich Angehörige sehe, die mit ihren Eltern spielen oder sich unterhalten. Auf diese Glücksmomente können und wollen wir nicht mehr verzichten. Ohne Tovertafel würde es bei uns einfach nicht mehr gehen“, fasst der Einrichtungsleiter zusammen.

 

 

Aktuelle Rezension

Buchcover

Peter Hammerschmidt, Juliane Sagebiel, Gerd Stecklina (Hrsg.): Männer und Männlichkeiten in der Sozialen Arbeit. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2020. 180 Seiten. ISBN 978-3-7799-6085-0.
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