Mehr Werkstattplätze für Menschen mit Behinderung

29.11.2010 | Behindertenhilfe | Nachrichten

LWL-Sozialausschuss billigt 1,9 Millionen Euro

Münster (lwl). Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) unterstützt fünf Bauprojekte in Werkstätten für behinderte Menschen mit Darlehn und Zinszuschüssen sowie ein Ausstattungsprojekt mit einem Zuschuss von insgesamt über 1,9 Millionen Euro. Mit dieser Fördersumme werden 452 neue Werkstattplätze geschaffen, ausgestattet oder Arbeitsbereiche für schwerstmehrfachbehinderte Menschen ausgebaut. Das hat der LWL-Sozialausschuss vergangene Woche in Münster beschlossen. Der LWL unterstützt mit einem Darlehen von 187.800 Euro eine Baumaßnahme in der Zweigwerkstatt für behinderte Menschen "Mehnenfeld" in Stemwede-Niedermehnen mit dem Ziel, zwölf Arbeitsplätze für schwerstmehrfachbehinderte Menschen umzugestalten. Träger der Zweigwerkstatt sind die Lübbecker Werkstätten gGmbH in Lübbecke. Zinszuschüsse von insgesamt 1,6 Millionen Euro sind für vier weitere Bauprojekte in Westfalen-Lippe vorgesehen und tragen zur Schaffung von 440 neuen Werkstattplätzen bei. Das LWL-Integrationsamt zahlt dabei 566.502 Euro Zinszuschuss für den Neubau einer Werkstatt für behinderte Menschen in Siegen (160 Plätze, davon 20 im Bereich für schwerstmehrfachbehinderte Menschen). Träger der Einrichtung ist die Arbeiterwohlfahrt Bezirk Westliches Westfalen e.V. in Dortmund. Mit 265.854 Euro Zinszuschuss unterstützt das LWL-Integrationsamt auch den Neubau einer Zweigwerkstatt mit 60 Plätzen für geistig behinderte Menschen auf "Gut Königsmühle" in Dortmund. Träger der Einrichtung ist das Christopherus Haus e.V. in Dortmund. Die Erweiterung der Zweigwerkstatt für behinderte Menschen "Büngern-Technik" in Bocholt-Mussum (120 Plätze, davon 40 im SBM-Bereich) wird mit rund 389.460 Euro Zinszuschuss finanziert. Träger der Einrichtung ist der Caritasverband Bocholt e.V. in Bocholt. 381.940 Euro Zinszuschuss erhält der Träger Caritasverband in Coesfeld für den Neubau einer Zweigwerkstatt für Menschen mit geistigen Behinderungen in Lünen (100 Plätze). Außerdem erhält diese Einrichtung für die Ausstattung dieser 100 Plätze einen zins- und tilgungslosen Zuschuss von 115.500 Euro. Zuschüsse werden nur für Ausstattungsmaßnahmen vergeben. Durch Zinszuschüsse wird bei Einrichtungen, die zur Finanzierung von Baumaßnahmen ein Kapitaldarlehn aufgenommen haben, der Zinsanteil finanziert. Die Zinszuschüsse des LWL-Integrationsamtes belaufen sich zusammen auf über 1,6 Millionen Euro. Das LWL-Integrationsamt Westfalen finanziert die Förderung aus der Ausgleichsabgabe. Den Ausgleich zahlen Betriebe, die gemessen an ihrer Mitarbeiterzahl zu wenige schwerbehinderte Menschen beschäftigen.

Der LWL im Überblick

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit 13.000 Beschäftigten für die 8,5 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 19 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, den ein Parlament mit 101 Mitgliedern aus den Kommunen kontrolliert.

Quelle: Pressemitteilung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) vom 29.11.2010
http://www.lwl.org