Landschaftsverband Rheinland startet Studie zur Inklusion von Kindern mit körperlichen und mehrfachen Beeinträchtigungen

15.09.2010 | Behindertenhilfe | Nachrichten

Prof. Dr. Lelgemann stellt Forschungsdesign vor / Zwei Jahre Laufzeit bei Kosten von rund 150.000 Euro

Köln - Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) hat Professor Lelgemann von der Universität Würzburg beauftragt, Gelingensbedingungen für die inklusive Beschulung, insbesondere von Kindern und Jugendlichen mit körperlichen oder mehrfachen Beeinträchtigungen, zu erarbeiten. Das Forschungsdesign wurde nun im Rahmen einer gemeinsamen Sitzung des LVR-Schulausschusses und der LVR-Kommission Inklusion vorgestellt. Die Studie hat eine Laufzeit von zwei Jahren und kostet rund 150.000 Euro. „Unsere Studie ist eine der wenigen, die insbesondere körperlich oder mehrfach beeinträchtigte Jugendliche in den Blick nimmt. Aber gerade diese Gruppe wird in der öffentlichen und fachlichen Diskussion oftmals nicht angemessen berücksichtigt. Daher sind wir froh, uns nun gemeinsam mit Professor Lelgemann und seinem Team auf den Weg zu machen, bestmögliche inklusive Bildungs- und Förderangebote auch für diese Gruppe zu erarbeiten“, so die Vorsitzenden des LVR-Schulausschusses und LVR-Kommission Inklusion, Anne Peters, und Dorothee Daun. „Gleichzeitig erhoffen wir uns aber auch Hinweise für Schulen aller Förderschwerpunkte, etwa was die Kooperation mit allgemeinen Schulen anbelangt,“ ergänzen LVR-Sozialdezernentin Martina Hoffmann-Badache und LVR-Schuldezernent Michael Mertens. Am Projekt beteiligt sind fünf LVR-Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Körperliche und Motorische Entwicklung sowie allgemeine Schulen verschiedener Schulformen in deren Nachbarschaft. Innerhalb der Projektlaufzeit werden die Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern aller Schulformen befragt nach
  • notwendigen strukturellen und didaktisch-methodischen Aspekten,
  • Erfahrungen mit und Haltungen zur Inklusion.
Ebenso soll ermittelt werden, welche Bereitschaft besteht, sich auf einen Schulentwicklungsprozess mit dem Ziel kooperativer und Inklusion ermöglichender Schulstrukturen einzulassen. Gleichzeitig soll das Projekt die Entwicklung solcher Strukturen in den Förderschulen unterstützen. Dazu werden die Schulen bei Ihren Inklusionsbemühungen über die gesamte Projektlaufzeit begleitet. Ein Beirat, dem sowohl Vertretungen der Schulen, Wissenschaft, Politik, Vertretungen der kommunalen Spitzenverbände und, nicht zuletzt, Menschen mit Behinderung als Selbstvertretungen teilnehmen, trägt Sorge dafür, dass zu jedem Zeitpunkt möglichst viele Perspektiven in das Projekt einbezogen werden können. Hintergrund ist die Forderung der auch von Deutschland ratifizierten UN-Konvention zu den Rechten von Menschen mit Behinderung. Sie fordert die Schaffung inklusiver Bildungsangebote. So lautet der offizielle Titel der LVR-Studie: „Ermittlung von Qualitätsbedingungen für den Ausbau gemeinsamer Beschulung (schulische Inklusion) und Sicherung des bestmöglichen Bildungsangebots (Art. 24, 2e der UN-Konvention) von Schülern mit dem Förderbedarf körperliche und motorische Entwicklung.“

Quelle: Pressemitteilung des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) vom 15.09.2010
http://www.lvr.de