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Landesregierung beschließt Bundesratsinitiative für Ausbildungsplatzzuschuss

26.07.2007 | Soziale Arbeit

„Wir wollen möglichst vielen jungen Menschen die Möglichkeit geben, eine Ausbildung zu absolvieren. Dabei setzt die Landesregierung bewusst auf die betriebliche Ausbildung.

Ministerpräsident Günther H. Oettinger und Arbeits- und Sozialministerin Dr. Monika Stolz: Zahl der Altbewerber deutlich reduzieren   „Wir wollen möglichst vielen jungen Menschen die Möglichkeit geben, eine Ausbildung zu absolvieren. Dabei setzt die Landesregierung bewusst auf die betriebliche Ausbildung. Außerbetriebliche Ausbildung ist immer nur die ‚zweitbeste’ Lösung. Wir wollen deshalb über unsere Bundesratsinitiative erreichen, dass Unternehmen einen Zuschuss bekommen, wenn sie für so genannte Altbewerber zusätzliche Ausbildungsplätze schaffen“, erklärten Ministerpräsident Günther H. Oettinger und Arbeits- und Sozialministerin Dr. Monika Stolz am Mittwoch (25. Juli 2007) in Stuttgart.

Um die Zahl der Altbewerber gezielt abzubauen, soll nach dem Willen der Landesregierung befristet bis 31. Dezember 2009 ein Arbeitsplatzzuschuss an Unternehmen ausgezahlt werden können. Die Arbeitsagenturen und auch die Träger des Arbeitslosengeldes II sollen die Möglichkeit erhalten, für Ausbildungsverträge, die bis zum Jahr 2009 geschlossen werden, einen einmaligen Zuschussbetrag in Höhe von bis zu 50 Prozent der Ausbildungsvergütung des ersten Ausbildungsjahres zu zahlen (einschließlich der Arbeitgeberanteile an der Sozialversicherung). Mit der Bundesratsinitiative soll eine entsprechende Rechtsgrundslage dafür geschaffen werden.

Die Zuschussgewährung soll nur dann möglich sein, wenn es sich tatsächlich um einen zusätzlichen Ausbildungsplatz handelt und der zuletzt erworbene allgemein bildende Schulabschluss des Auszubildenden länger als ein Jahr zurückliegt. Außerdem müssen sich die Jugendlichen bereits im Vorjahr um einen Ausbildungsplatz bemüht haben und zudem muss zu erwarten sein, dass die Ausbildungsplatzsuche erneut nicht Erfolg versprechend ist.

„Wir legen unser Augenmerk mit dieser Initiative ganz bewusst auf die Schulabgänger, die auf dem Ausbildungsmarkt weniger gute Chancen haben. Ein Ausbildungsplatzzuschuss schafft Anreize für die Unternehmen, verstärkt diese Jugendlichen in ein Ausbildungsverhältnis zu übernehmen. Wir sind davon überzeugt, dass dieser Ansatz einen wichtigen Beitrag dazu leisten kann, in einem überschaubaren Zeitraum so die Zahl der Altbewerber deutlich zu reduzieren“, unterstrichen Ministerpräsident Oettinger und Sozialministerin Stolz.

Information für die Redaktionen:

Als Altbewerber werden Schulabgänger bezeichnet, die die Schule im Vorjahr oder in früheren Jahren verlassen haben. Im Zeitraum von Oktober 2005 bis September 2006 zählte die Bundesagentur für Arbeit bundesweit 385.248 Altbewerber um einen Ausbildungsplatz. Das sind 50,5 Prozent. Der Anteil ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum nochmals deutlich gestiegen (10/2004-09/2005: 46,2 Prozent = rund 342.000 Altbewerber). In Baden-Württemberg lag der Anteil der Altbewerber im Zeitraum von Oktober 2005 bis September 2006 bei 43,9 Prozent. 40.924 junge Menschen suchten demnach einen Ausbildungsplatz. Auch im laufenden Jahr verzeichnet die Regionaldirektion Baden-Württemberg eine weitere Zunahme der Altbewerber - bis Juni 2007 war es ein Zuwachs von rund 500 Schulabgängern.

Quelle: Landesportal Baden-Württemberg

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