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In Zukunft werden bis zu 50 Prozent aller Azubis einen Migrationshintergrund haben

04.07.2007 | Soziale Arbeit

Das ist eine Herausforderung für Schulen, Berufsbildung und die Akteure am Arbeitsmarkt.

„Schon heute ist die Unterstützung von Menschen mit Migrationshintergrund einer der Arbeitsschwerpunkte der Bundesagentur für Arbeit (BA) im SGB II“ so Heinrich Alt, Vorstand Grundsicherung der BA. Kein Wunder, denn die Zeit spielt gegen die BA – und die demographische Entwicklung schlägt in den kommenden Jahren voll zu: Zur Zeit sind 22 Prozent aller Schulabgänger ohne formalen Abschluss Jugendliche mit Migrationshintergrund. 60 Prozent der Jugendlichen im SGB II haben keine Berufsausbildung – Zahlen, die absolut alarmieren.

Die Fachtagung der BA sucht in Zusammenarbeit mit den Kommunen, Bildungsträgern und ausländischen Verbänden nach Lösungsansätzen. In den Diskussionen wird klar, dass es an einer grundsätzlichen bundesweiten Strategie fehlt, wie man mit dem Problem umgeht. Gerade die Schnittstellen zwischen unterschiedlichen Organisationen müssen stärker im Fokus stehen.

Darüber hinaus wurde deutlich, dass Sprachförderung sehr wichtig ist, allerdings sollte sie auch mit einer beruflichen Förderung verbunden werden. Gerade hier sieht Heinrich Alt ein großes Problem: „Die Sprachkurse sollten noch interessanter gestaltet werden und sich stärker an der Erlebniswelt und den Bedürfnissen der Menschen mit Migrationshintergrund orientieren.“ Ebenfalls wichtig ist, dass die unterschiedlichen Institutionen vor Ort zusammenarbeiten. Es sollen Netzwerke entstehen, um die Jugendlichen in Ausbildung zu bringen und sie so besser in die Gesellschaft zu integrieren.
Doch müssen nicht nur institutionelle Verbesserungen erreicht werden, sondern auch im Verständnis der Mehrheitsgesellschaft und der Migranten. Es geht um einen Wechsel weg von der Defizitorientierung hin zur Stärkenorientierung im Umgang mit Migranten. Die ausbildenden Betriebe sollten bei einem Azubi mit Migrationshintergrund nicht nach den möglichen Problemen fragen, sondern danach, welche Stärken hat dieser Mensch und wie kann ich die optimal für mein Unternehmen nutzen. Dabei wurden Beispiele aus dem Speditionsgewerbe und dem medizinischen Bereich genannt.

Bis zum späten Abend wird noch in drei Arbeitsgruppen nach konkreten Lösungsmustern gesucht, damit es vorwärts geht auf dem Weg weiter zu einer besseren Integration von Menschen mit Migrationshintergrund.

Quelle: Pressemitteilung der Bundesagentur für Arbeit

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Regina-Maria Dackweiler, Alexandra Rau, Reinhild Schäfer (Hrsg.): Frauen und Armut - feministische Perspektiven. Verlag Barbara Budrich GmbH (Opladen, Berlin, Toronto) 2020. 474 Seiten. ISBN 978-3-8474-2203-7.
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