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Damit das Leiden ein Ende hat

01.08.2007 | Soziale Arbeit

RUB-Studie testet neues Schuppenflechte-Medikament Teilnehmer für sechsmonatige Studie gesucht

Schuppenflechte-Patienten leiden unter juckendem Hautausschlag, der schubweise auftritt; nicht selten werden sie bei schwerer Psoriasis vulgaris sozial isoliert, obwohl die Krankheit nicht ansteckend ist.

Von der häufigen Hautkrankheit sind etwa zwei bis drei Prozent der deutschen Bevölkerung betroffen. Oft kann die Erkrankung mit einer Lokaltherapie, zum Beispiel mit Dithranol oder UV-Bestrahlung, behandelt werden, bei schweren Fällen reicht das nicht mehr aus. Die RUB-Klinik für Dermatologie vergleicht jetzt die etablierte Therapie mit dem Rheumamedikament Methotrexat mit einen neuen, speziell zur Behandlung der Schuppenflechte entwickeltem Medikament. Interessierte Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte vom Plaquetyp können sich unter Tel. 0234/509-2551 (Dr. Nick Othlinghaus, Mo.-Fr.

9-11 und 16-18 Uhr) melden.

Neue Hoffnung

Für die Patienten mit schwerer Schuppenflechte testet die Klinik für Dermatologie der RUB (Direktor: Prof. Dr. Peter Altmeyer) eine neue

Therapie: das kürzlich zugelassene Medikament Infliximab zur Behandlung der Psoriasis. Das Präparat stammt aus der Gruppe der sogenannten Biologicals, die auf zellulärer Ebene in das Immunsystem eingreifen und die Botenstoffe für die Entzündungsprozesse der Schuppenflechte hemmen.

Diese sehr kostspielige Therapieform ist hocheffektiv in der Behandlung der Krankheit. Seit Jahren war das Rheumamedikament Methotrexat das Mittel der Wahl, das Präparat ist ein sogenanntes immunsupressives Mittel, d.h. es wirkt gegen Immunkrankheiten (wie Rheuma oder Schuppenflechte). Die sechs Monate dauernde Studie soll jetzt zeigen, ob das neu entwickelte Medikament zur Behandlung besser geeignet ist.

Psoriasis vulgaris

Die Psoriasis vulgaris ist mit 90% die häufigste Form der Schuppenflechte. Es zeigen sich entzündlich gerötete Stellen mit charakteristischer silbriger Schuppung. Meistens sind Ellenbogen, Knie, Kopf und die Steißbeinregion betroffen, der Ausschlag kann aber am ganzen Körper auftreten. Bei den Schüben werden verschiedene Präparate eingesetzt, die das Immunsystem beeinflussen, zum Beispiel das Cyclosporin, welches bei dauerhafter Einnahme jedoch die Nieren schädigen kann. Vorklinische Studien ergaben, dass das neue Medikament schnell wirkt, weniger Nebenwirkungen hat und die Chance auf Heilung beträchtlich erhöht. Im Gegensatz zu anderen Präparaten muss das Infliximab anfangs nur alle sechs Wochen, später etwa alle drei Monate, verabreicht werden. Die Studienteilnehmer kommen etwa alle zwei bis vier Wochen zur Kontrolluntersuchung in die Klinik und bekommen die Präparate bei Bedarf injiziert.

Weitere Informationen

Jun.-Prof. PD Dr. Alexander Kreuter und Prof. Dr. Peter Altmeyer, Klinik für Dermatologie und Allergologie, St. Josef-Hospital Bochum,

Email: a.kreuter@derma.de; Tel. 0234/509-3439, Internet:

http://www.derma.de/bochum


Quelle: RUB - Ruhr-Universitaet Bochum, Pressestelle

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