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Barley: Schutz für Flüchtlinge in Unterkünften deutlich besser

Mittlerweile ist die Bundesinitiative „Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften" auf 37 national wie international tätige Verbände und Organisationen angewachsen, wie Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley und UNICEF-Koordinatorin Kirsten Di Martino anlässlich eines Netzwerktreffens mitteilten. Die Initiative hat das Ziel, den Gewaltschutz in den Unterkünften kontinuierlich zu verbessern und in einem nächsten Schritt die Teilhabe und Integration von geflüchteten Menschen in der Gesellschaft zu unterstützen.

Katarina Barley spricht von einer deutlichen Verbesserung des Schutzes innerhalb eines knappen Jahres, insbesondere für Kinder und Frauen. Sie führt das auf die Entwicklung von Schutzstandards und dem Einsatz von Gewaltschutzkoordinatorinnen und -koordinatoren in Flüchtlingsunterkünften zurück. Bis Ende dieses Jahres sollen in rund 100 Unterkünften entsprechende Schutzkonzepte eingeführt sein. Die Stellen der Gewaltschutzkoordinatoren werden vom Bundesfamilienministerium finanziert. UNICEF schult die Koordinatoren sowie Einrichtungsleitungen und unterstützt sie beim Erstellen und Weiterentwickeln eigener, auf die jeweilige Unterkunft zugeschnittener Schutzkonzepte.

„Kinder und andere besonders gefährdete Personengruppen brauchen in Flüchtlingsunterkünften weiterhin dringend Schutz und starke Fürsprecher", sagt Kirsten Di Martino, Country Coordinator, Refugee and Migrant Response – Germany, UNICEF. 

Hintergrund

Die Bundesinitiative „Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften" wurde gemeinsam vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und UNICEF im Frühjahr 2016 ins Leben gerufen. Mit 16 Partnern wurden Mindeststandards zum Schutz von besonders schutzbedürftigen Personengruppen entwickelt. Zu ihnen zählen insbesondere Kinder, Jugendliche, Frauen, LSBTIQ-Geflohene sowie Menschen mit Behinderungen. Die Mindeststandards erstrecken sich vor allem auf die Bereiche Personal, strukturelle und bauliche Voraussetzungen, Prävention von und Umgang mit Gewalt- und Gefährdungssituationen sowie dem Monitoring der erzielten Fortschritte. In eine zweite Auflage der Mindeststandards flossen die Rückmeldungen von Bewohnerinnen und Bewohnern von Flüchtlingsunterkünften sowie Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit Behörden sowie Verantwortlichen in der Flüchtlingshilfe ein. Als Konsequenz aus diesen Konsultationen enthält die Neufassung zusätzliche Kapiteln zur Umsetzung der Mindeststandards für LSBTIQ* Geflüchtete sowie für geflüchtete Menschen mit Behinderungen. Hinzu kommen beispielsweise auch überarbeitete Leitlinien zum Monitoring und der Datenerfassung in Flüchtlingsunterkünften. Insgesamt waren, nach Informationen des Bundesfamilienministeriums mehr als 30 Organisationen und 138 geflüchtete Menschen an der Überarbeitung beteiligt.

Download der zweiten Auflage der „Mindeststandards zum Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften" unter www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/publikationen/mindeststandards-zum-schutz-von-gefluechteten-menschen-in-fluechtlingsunterkuenften/117474

Für die Umsetzung baulicher Schutzmaßnahmen in Flüchtlingsunterkünften können Kommunen vergünstigte Investitionskredite bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Anspruch nehmen: www.kfw.de/inlandsfoerderung/Öffentliche-Einrichtungen/Kommunale-soziale-Basisversorgung/Sonderförderung-Flüchtlinge/

Weitere Informationen unter: www.gewaltschutz-gu.de


Quelle: Pressemitteilung des Bundesfamilienministeriums vom 12. September 2017

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Jana Simon: Unter Druck. S. Fischer Verlag (Frankfurt am Main) 2019. 335 Seiten. ISBN 978-3-10-397389-1.
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