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Vortrag zur Volkskrankheit „Trauma“ - Folgen körperlicher und seelischer Verletzungen

11.01.2017

Bei einem Vortrag aus der Reihe „Wissen erleben" der Ulmer Universitätsgesellschaft (UUG) referieren am 14. Januar 2017 die Sprecher des Ulmer Zentrums für Traumaforschung, Professorin Anita Ignatius und Professor Jörg Fegert, über die Auswirkungen körperlicher und seelischer Traumata auf den Menschen und geben Einblicke in die Ulmer Traumaforschung an Uni und Uniklinik. Der Eintritt zum Vortrag der Reihe, die anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Universität Ulm ins Leben gerufen wurde, ist kostenlos.

„Wir wissen heute, dass Verletzungen des Körpers und der Psyche in engem Zusammenhang stehen und sich gegenseitig stark beeinflussen können“, erklären Professorin Anita Ignatius (Direktorin des Instituts für Unfallchirurgische Forschung und Biomechanik, Universitätsklinikum Ulm) und Professor Jörg Fegert, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie an der Uniklinik vorab. Genau an dieser Schnittstelle bestehe nach wie vor akuter Forschungsbedarf, auch vor dem Hintergrund, dass es so viele Betroffene gibt.

In Deutschland ziehen sich jedes Jahr nach Angaben der beiden Fachleute mehr als acht Millionen Menschen körperliche Verletzungen zu, zum Beispiel bei Verkehrsunfällen. Bei Menschen unter 45 Jahren sei Tod durch Trauma sogar die häufigste Todesursache. Häufig leide in der Folge auch die Psyche. Schätzungen zufolge ist in Deutschland beinahe jeder Fünfte von seelischen Traumafolgen betroffen. Hinzu kommen psychische Belastungen nach frühkindlichen traumatischen Ereignissen wie Kindesmisshandlung, Vernachlässigung und sexueller Missbrauch.

Diese frühen Ereignisse beeinflussen wiederum die spätere Reaktion auf weitere Belastungen, wenn ein neues Trauma auftritt. Entsprechend hoch ist der finanzielle Aufwand für die Behandlung der betroffenen Patientinnen und Patienten.

Dennoch fehle es bislang an einer ganzheitliche Traumaversorgung, bei der körperliche und seelische Schäden gleichermaßen behandelt werden. Auch die Forschungsaktivitäten blieben hinter den gesellschaftlichen Bedarf zurück. Viele drängende Forschungsfragen an der Schnittstelle zwischen physischem und psychischem Trauma sind bislang unzureichend geklärt.

Näheres zur Veranstaltungsreihe unter www.uug-ulm.de/wissen-erleben

Weitere Informationen zum Zentrum für Traumaforschung: www.uni-ulm.de/med/zentrum-fuer-traumaforschung-ulm/

Hintergrund:

Bereits seit mehreren Jahren wird an Universität und Uniklinik Ulm zu Prävention, Versorgung und Behandlung bis hin zur Rehabilitation von Traumaopfern geforscht, unter anderem in einem DFG-Sonderforschungsbereich. Seit Dezember 2015 bündeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachgebieten ihre Kompetenzen im Zentrum für Traumaforschung.

Quelle: http://www.uug-ulm.de/wissen-erleben/ Stand. 10. Januar 2017

Rubrik: Gesundheitswesen

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